Gewaltfreie Kommunikation (GFK) von Marshall Rosenberg
GFK ist eine Kommunikations- bzw. Konfliktlösungsmethode bei der es vor allen Dingen darum geht Gefühle und Bedürfnisse bei sich selbst und anderen wahrzunehmen und ehrlich und friedvoll damit umzugehen.
Dabei werden vier Schritte durchlaufen:
1. Beobachten der Situation und Erkennen um was es eigentlich geht (ohne jegliche Interpretation und Bewertung)
2. Erkennen der eigenen Gefühle in dieser Situation
3. Erkennen der Bedürfnisse, die hinter diesen Gefühlen stehen
4. Konkrete Bitte an den anderen
An einem Beispiel: A kommt zum wiederholten Male zu spät zu einer Verabredung mit B. B reagiert ungehalten: „Immer kommst Du zu spät, Dir bedeutet unsere Freundschaft gar nichts.“ A findet das lächerlich und schmunzelt nur. B ist dadurch sehr verletzt und geht.
Mit GFK wäre das nicht passiert!
Aus Sicht von B:
Schritt 1: B beobachtet die Situation. A ist einfach 20 min zu spät, B steht in der Kälte und wartet, A entschuldigt sich jedoch nicht.
Schritt 2: B bemerkt, dass er sich ziemlich hilflos gefühlt hat beim Warten, irgendwie verlassen. Er ist auch traurig.
Schritt 3: B ist Zuverlässigkeit sehr wichtig. Für ihn ist das ein Zeichen von Freundschaft und Höflichkeit. B fühlt sich also traurig, weil er von A Zuverlässigkeit als Zeichen der Freundschaft braucht.
Schritt 4: B sagt zu A: Ich bin immer sehr pünktlich hier und es ist für mich angenehmer noch zuhause zu warten. Rufst Du bitte das nächste mal an, wenn Du Dich verspätest?
Aus Sicht von A:
Schritt 1: A beobachtet die Situation. B schnauzt sie völlig grundlos an, kaum dass sie sich sehen.
Schritt 2: A fühlt sich ziemlich überrumpelt und weiß gar nicht, wie ihr geschieht. Irgendwie fühlt sie sich auch verletzt, weil sie gar nicht begrüßt worden ist.
Schritt 3: B ist sehr wichtig für A und A hat sich sehr auf das Treffen gefreut. A fühlt sich also überrumpelt und verletzt, weil B sich gar nicht freut sie zu sehen.
Schritt 4: A sagt: Ist es für Dich ok, wenn wir uns erst mal setzten und dann klären, was da jetzt passiert ist?
Diese empathische Art zu kommunizieren wird auch als Giraffensprache bezeichnet. Die wertenden und oft vorwurfsvolle Kommunikation, in die wir Menschen leider sehr oft verfallen, wird auch Wolfssprache genannt.